Materialtest in den Alpen

Drei Jungs des Bergsporthütten-Teams waren in den Bergen zu einem exzessiven Materialtest unterwegs. Diese Woche berichten sie euch von diesem Abenteuer.

Griaß eich! Simon, Ben und ich, Kim, hatten schon länger die geniale Idee eine Mehrseillänge im tiefsten Winter zu probieren. Also sind wir am Freitag in der Früh mit Skiern, Stöcken und einem knapp 20 kg schweren Rucksack aufgebrochen. Bei so einer Unternehmung ist das richtige Wetter entscheidend! Der Wetterbericht hatte für den Gipfeltag Sonne pur und kaum Wind vorhergesagt, einfach perfekt fürs Klettern in einer Südwand im Februar. Doch als wir am Freitag losgelaufen sind, sah das Wetter noch anders aus. Bedeckter Himmel mit ordentlich Schneefall.

Nach knapp zwei Stunden Skitour mit ständigem Schneefall hatten wir unseren ersten Rastpunkt erreicht. Nach ner kurzen Brotzeitpause wurden wir dann mit etwas Sonnenschein und einer beeindruckenden Sicht auf die Gipfelwand belohnt. Daraufhin folgten allerdings noch weitere anstrengende fünf Stunden Aufstieg über unwegsames und steiles Gelände, in dem unsere Spitzkehren-Technik auf die Probe gestellt wurde. Und langsam wurde es dunkel…

Um ehrlich zu sein haben wir uns zeittechnisch beim Aufstieg ordentlich verschätzt. Deshalb mussten wir schon einige Höhenmeter unter unserem geplanten Biwackplatz unser Lager aufschlagen. Mit dem letzten Dämmerungslicht haben wir dann unser Lager errichtet und im Dunkeln dann Schnee geschmolzen, um Tee zu kochen und unser Travellunch zuzubereiten.

Als wir dann alle drei kuschlig in unseren guten Daunenschlafsäcken aus der Bergsporthütte lagen kam die nächste unangenehme Überraschung: Es fing an zu schneien. Zum Schutz unsere Gesichter haben wir uns mithilfe eines alten Biwaksacks und ein paar Skistöcken ein kleines Dach aufgespannt. So waren wenigstens unsere Köpfe sicher vor dem Schneefall. Mit einem mulmigen Gefühl was die morgige Mehrseillänge angeht sind wir dann eingeschlafen.

Nach einer eisigen Nacht (laut Wetterbericht -14°) haben sich Ben und ich auf den Weg zum Einstieg der Mehrseillänge gemacht. Simon hat sich aufgrund der Anstrengung des vorherigen Tages und dem straffen Zeitplan dazu entschieden im Lager zu bleiben und dieses soweit wie möglich aufbruchsbereit zu machen. Nach nochmal etwa einer Stunde sind wir am improvisierten Skidepot angekommen. Hier haben wir unsere Ausrüstung angezogen und wollten schon loslegen als uns aufgefallen ist, dass der Weg zum ersten Standplatz schwerer sein wird als wir uns das vorgestellt hatten.

Der Weg zum ersten Standplatz ist im Sommer in der Regel gar kein Problem. Er führt über schorfiges Gelände im 2. Grad. Doch im Winter? Schneebedeckt und teilweise vereist ohne Steigeisen und ohne Zwischensicherungen? Ein wagemutiges Unterfangen welchem sich Ben mithilfe von ein paar Klemmkeilen und einem Skitourenpickel gestellt hat. Leider gibt es im Schrofengelände wenig Möglichkeiten gute Keile zu legen, weshalb sich Ben hauptsächlich auf „mentale“ Klemmkeile verlassen musste. Hier muss noch auf den Unterschied zwischen mentalen und normalen Klemmkeilen hingewiesen werden. „Normale“ Klemmkeile halten einen Sturz ohne Probleme. „Mentale“ Klemmkeile hingegen sind lediglich fürs Gewissen gelegte Keile.

Sobald wir dann aber am ersten Stand waren, lief alles wie geschmiert. Die Seillängen waren zwar teilweise nass, oder sogar noch schneebedeckt, aber mit vorsichtigem Antreten am Felsen waren die meisten Seillängen eigentlich gut lösbar. Teilweise waren aber leider auch die Standplätze komplett im Schnee was die Füße, trotz des guten Wetters in der Südwand, ordentlich kalt gemacht hat. Nur die letzte Seillänge stellte sich als kleines Abenteuer heraus, denn der Riss, durch den diese Seillänge führte, war komplett vereist. Das hat die ganze Seillänge vermutlich um ein paar Grade schwerer gemacht hat. Auch unsere Wasserversorgung in der Wand schwankte irgendwann von warmem Tee zu kaltem Schnee um. Schlicht und einfach aus dem Grund, dass 0,75 l Tee für zwei Personen etwas zu sparsam abgeschätzt waren.

Gipfel erreicht! Völlig erschöpft errichten Ben und ich den Gipfel. Nachdem wir schon etwas zu lang für den Aufstieg gebraucht haben mussten wir uns schleunigst auf den Rückweg machen. Ein kurzes Bild am Gipfel und dann die ganze Südwand wieder runter. Leider gab es beim Abseilen ein weiteres Problem was unseren Zeitplan endgültig zerstört hat. Auf dem Weg ins Tal haben wir Simon wieder eingesammelt und sind gerade noch mit dem letzten Licht aus dem Wald herausgefahren. Jetzt hieß es nur noch durchhalten und aus dem Tal rauslaufen. Im Endeffekt kamen wir um halb 9 bei unserem Auto an. Wesentlich später als geplant. Zum Glück ist, bis auf ein paar Kratzer und Blasen, alles gut gegangen und ich freu mich auf die nächste Tour mit den beiden.

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