Unsere Kollegin Anna hatte diesen Sommer mit ihrer Schwester Eva Großes vor. Gemeinsam bereisten sie die gesamte Westküste Australiens von Perth bis Darwin.
Mit großer Vorfreude auf acht Wochen Camping-Alltag und einem gerade noch akzeptabel schweren Duffelbag ging es los. Alles musste mit: Camping-, Koch- und Kletterausrüstung, von der Daunenjacke bis zur Taucherbrille.
Zunächst verschlug es die beiden aber spontan in den Süden, in die Margaret River Region. Nach der Hitze zu Hause war es im australischen Winter erstmals erschreckend kalt – also perfekte Temperaturen für einige tolle Klettertage. Hier finden sich Granit, Sandstein und Kalk auf engstem Raum. Das raue Meeresklima prägt die hügelige Gegend, und grüne Eukalyptuswälder bieten bunten Papageien sowie vielen zutraulichen Kängurus ein Zuhause.
Nach zwei Wochen starteten sie Richtung Norden auf dem West Coast Highway nach Broome. Je weiter nördlich sie kamen, desto wärmer wurde es. Der Winter endete, und sie fanden sich mitten im australischen Frühling wieder – in der berühmten Wildflower Season, in der das Outback in allen Farben blüht. Aus der hügeligen, grünen Waldlandschaft des Südens wurde eine trockenere Küstenlandschaft. Zum Klettern fanden sie hier zwar weniger, dafür wurde umso mehr geschnorchelt und kilometerweit an weißen Sandstränden, Muschelstränden und türkisblauen Buchten spaziert.
Das Ningaloo Reef ist das unbekanntere Riff Australiens und liegt direkt an der Küste. Die leuchtende Unterwasserwelt und die seltenen Meeresschildkröten machten diese Tage unvergesslich. Leider zeichnet sich aber auch hier die Klimakrise deutlich ab: Durch steigende Wassertemperaturen sterben die Korallen ab.
Entlang der Route, besonders auf den Gravel Roads, trafen sie oft den ganzen Tag auf keinen Menschen. Abends an den Free Camps versammelten sich dann alle: Es gab viel Lagerfeuer, viele australische RV-Camper, die sie herzlich willkommen hießen und immer gerne quatschten.
Ab Broome war das Baden wegen der Salzwasserkrokodile eingeschränkt. Von nun an ging es hinein ins trockene Outback. Kilometerweit ist die Landschaft von rotem Sand, Termitenhügeln und wenigen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten geprägt – sie waren in der Great Sandy Desert angekommen.
Doch die Wüste ist gar nicht so trocken, wie sie auf den ersten Blick scheint. Zahlreiche Canyons schlängeln sich durch die Landschaft. Seit Urzeiten bilden sie wichtige Nahrungs- und Wasserquellen für Tiere und Menschen, beherbergen uralte heilige Stätten der Aborigines und sind heute teilweise als Nationalparks ausgewiesen. Die kühlen Schluchten bilden fast eine eigene Welt: Alles ist im Überfluss vorhanden. Klare, kalte Quellbäche fließen über den roten Stein, Palmen und Farne säumen die Flüsse, und Papageien schreien aus jedem Baum.
Auch auf dieser Reise waren die treuen Begleiter aus der Bergsporthütte wieder mit dabei und haben den Camping-Alltag umso schöner gemacht. Auch nach acht Wochen schlief es sich auf den weltweit erprobten Mountain Equipment Isomatten noch immer hervorragend.
Für die beiden Schwestern steht fest; es war definitiv nicht ihre letzte Reise in dieses wunderbare Land. Sie freuen sich schon aufs Wiederkommen!











