Unser Mitarbeiter Lasse verbringt aktuell sein Auslandssemester im norwegischen Bø, Region Telemark. Dort studiert er von Januar bis Juni an der University of South-Eastern Norway im Studiengang „Nordic Backcountry Skiing and Outdoor Leadership“. Im Fokus steht die Verbindung von theoretischem Konzept und Praxis der norwegischen Outdoor-Mentalität „friluftsliv“.
Schon die Ankunft im Januar hatte es in sich: kurze Tage, Temperaturen zwischen -10 und -25 Grad und zunächst weniger Schnee als erwartet. Dennoch fühlte sich Lasse dank der besonderen Atmosphäre und der Offenheit vor Ort von Beginn an wohl.
Der Studienalltag unterscheidet sich deutlich von klassischen Studienformaten. Neben Vorlesung und Seminar stehen vor allem mehrtägige Exkursionen im Fokus. Insgesamt hat Lasse bisher an drei fünftägigen Ski-Expeditionen mit Wintercamping sowie an Kajaktouren teilgenommen. Vorbereitung und Nachbereitung nehmen dabei einen großen Teil der Zeit ein: Tourenplanung, Verpflegungsorganisation, Materialwahl und Sicherheitsüberlegungen sind feste Bestandteile des Studiums. Zu Beginn stand zudem ein intensiver Skikurs auf dem Programm, um den Umgang mit den in Norwegen typischen „Fjellski“ zu erlernen.
Eine besondere Herausforderung stellte gleich die erste Expedition dar: fünf Tage Wintercamping bei konstanten -20 bis -25 Grad. Diese Erfahrung verlangte einiges ab und zeigte eindrucksvoll, wie entscheidend die richtige Ausrüstung unter extremen Bedingungen ist. Insbesondere das Schlafsystem macht hier den Unterschied, denn: tagsüber kann man sich mit Bewegung und Feuer warmhalten, nachts nicht. Ein ausreichend warmer Schlafsack um den Körper und ausreichend Isolation vom kalten Schnee am Boden ist hier nicht mehr nur eine Frage von Komfort oder Schlafqualität, sondern tatsächlich überlebenswichtig.
Dank der professionellen Ausrüstung aus der Bergsporthütte war Lasse hier natürlich ausreichend bestückt. Bei solchen Extremtemperaturen sind dennoch einige Tricks und Tipps unerlässlich, um das volle Potenzial der Ausrüstung nutzen zu können: z.B. ein schweißtreibendes Workout kurz bevor es in den Schlafsack geht, zwei heiße Nalgeneflaschen als Wärmflaschen oder feuchte Kleidung und Schuhe im Schlafsack trocknen. Mit der Kombination aus Mountain Equipment Glacier 1000 Schlafsacks (einer der wärmsten) und der Doppelung von Falt-Isomatte und isolierter Luft-Isomatte waren die Nächte komfortabel.
Die darauffolgenden Touren bei etwas milderen Temperaturen wirkten im Vergleich deutlich entspannter. Eindrücklich beschreibt Lasse vor allem die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis: das Durchqueren der norwegischen Berglandschaft mit Skiern und Pulka, das Errichten von Lagern im Schnee und Nächte unter klarem Sternenhimmel.
Mit dem Wechsel der Jahreszeit verändert sich nun auch der Studienalltag. Nach den winterlichen Expeditionen standen zuletzt erste Kajaktouren auf dem Programm – eine willkommene Abwechslung, auch wenn die Gewässer aktuell noch sehr kalt sind. Gleichzeitig hält in Telemark langsam der Frühling Einzug: Die Natur erwacht, erste Pflanzen blühen, und die umliegenden Berge verlieren zunehmend ihre Schneedecke. Die Skisaison fand für Lasse vor kurzem ihren Abschluss.
Neben den sportlichen und fachlichen Erfahrungen hebt er besonders die norwegische Kultur hervor. Die Menschen begegnen sich hier mit großer Offenheit und Vertrauen, viele Bereiche des Alltags funktionieren bemerkenswert unkompliziert. Auch im universitären Sportangebot – von Volleyball bis Yoga – herrscht ein sehr inklusives und gemeinschaftliches Miteinander. Eine Herausforderung bleibt jedoch das hohe Preisniveau, insbesondere bei Lebensmitteln.
Für Lasse ist das Auslandssemester eine rundum prägende Erfahrung. Die Kombination aus intensiver Naturerfahrung, praxisorientiertem Lernen und internationalem Austausch macht diesen Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem. Seine klare Empfehlung: Wer die Möglichkeit hat, sollte ein Auslandssemester – insbesondere in dieser Form – unbedingt nutzen oder Norwegen auf anderem Weg bereisen.









