Schnee, Schnee und noch mehr Schnee! Unser Kollege Roman war zum Freeriden und Skitorengehen in Japan unterwegs. Mit einem kurzen Reisebericht lässt er uns an seinen Erlebnissen teilhaben. Selbstverständlich mit dabei: Winterequipment aus der Bergsporthütte.
„Auf Hokkaido, der nördlichsten Hauptinsel Japans, hat es binnen der 2 Wochen, die wir dort waren, gefühlt mehr geschneit als bei uns in einem ganzen Winter. Das Besondere daran: der sogenannte „Bonchi Powder“ fällt meistens sehr kalt und wenig windbeeinflusst. Somit ist der Schnee besonders fluffig.
Dementsprechend Weltklasse war das Skifahren und Skitourengehen: Die erste Woche waren wir in Nähe von Furano und hauptsächlich „Freeriden“, sind also mit dem Lift hochgefahren, aber abseits der präparierten Pisten abgefahren. Im Gegensatz zu den Skigebieten bei uns gibt es auch auf den Pistenplänen eingetragene Abfahrten abseits der Piste. Besonders gut hat uns das Skifahren im Wald gefallen, wo die Bäume zu Slalomstangen wurden, aber man wegen des weichen Neuschnees auch jederzeit gut abbremsen konnte. Auch die Wälder sahen ganz anders aus als gewohnt: unten meisten ein Birkenwald, dann ein Mischwald und oben nur Nadelbäume und kleine Bambussträucher, die hier und da durchgeblitzt sind.
Obwohl wir Anfang Januar früh in der Saison dran waren, hatten wir Schneetiefen von über 2,50 Meter! Die Temperaturen im Januar und Februar sind allerdings ziemlich zapfig, am Vormittag hatte es auf 1500 Meter oft -20 Grad. Hier unsere Top Tipps für Skifahren bei kaltem Wetter:
- Fleecepullis mit Daumenschlaufen helfen, Kältebrücken an den Handgelenken zu schließen.
- Dünne Fleece- oder Merinohandschuhe kann man unter die dicken Handschuhe anziehen und somit die Finger warmhalten.
- Dicke Socken sorgen für warme Füße. Außerdem kann man die Schnallen der Skischuhe nach jeder Abfahrt komplett öffnen, damit die Zehen wieder gut durchblutet werden.
- Gegen Erfrierungen im Gesicht helfen mehrere Schlauchschals (einer am Hals, einer bis über die Ohren) sowie eine Sonnencreme, die vor Kälte und Wind schützt.

In der zweiten Woche sind wir Richtung Küste gefahren und nur auf Skitour gegangen. Da die Berge eher Hügel waren, sind wir meistens öfter hoch oder haben uns eine Alternativabfahrt gesucht. Wer jetzt auch Lust bekommt in Hokkaido auf Skitour zu gehen: Besonders empfehlenswert ist die Webseite Hokkaido wilds, die sehr gute Beschreibungen von Skitourenrouten inklusive GPX Tracks bereithält. Einen Lawinenlageberichte gibt es auch, allerdings nicht für alle Regionen, nicht jeden Tag erneuert und lange nicht so ausführlich wie bei uns.
Allgemein war es sehr faszinierend, in eine komplett andere Kultur einzutauchen, auf der „falschen Seite“ Autozufahren war da noch der kleinste Unterschied: die Menschen sind sehr höflich und zuvorkommend, es ist ein angenehmes Miteinander. Die Küche ist ungewohnte, aber der größte Unterschied ist eine komplett andere Schrift: Ohne Google Translator wären wir vielfach aufgeschmissen gewesen. Besonders spannend war es in einfachen Restaurants auf dem Land, in denen man sich sprichwörtlich mit Händen und Füßen verständigen muss.
Fazit: Wer gerne Powdern geht und einmal eine andere Kultur kennenlernen will, für den ist Japan im Winter auf jeden Fall eine Reise wert!“








